Das funktioniert natürlich nicht, weil das „Jetzt“ jetzt schon wieder vorbei ist. Es gibt kein zurück. Da habe ich ein Oxymoron gefunden (und freue mich über das schöne Wort)! Nach meinem Ausflug in die Altsteinzeit und dem Blick in die noch entferntere Vergangenheit hat mich die Gegenwart wieder. Für mich ist das eine ganz schöne Herausforderung: im Jetzt zu bleiben und mit den Gedanken nicht zurück oder vorwärts zu wandern.

Dabei ist das Jetzt so kraftvoll und schön! Als ich neulich im Wald stand und die Bäume betrachtete, wie sie da so ruhig und sanft im Wind wiegend standen, da war ich plötzlich wieder voll im Moment. Eine große Welle der Dankbarkeit und – ja – der universalen Liebe durchfuhr mich. Dieses Gefühl begleitete mich noch ein ganzes Stück weit durch den Tag.

Und dann geht es oft ganz schnell und ich bin wieder mit meinen Gedanken in der Zukunft oder der Vergangenheit. Mir lief neulich das Buch „Jetzt“ von Eckhart Tolle über den Weg, der beschreibt, dass unser Verstand uns aus dem Jetzt bringt. Das macht für mich Sinn. Ich beobachte es bei mir selbst: Die Gedanken wandern und ziehen mich in ihren Bann, so dass ich das, was in diesem Moment passiert, nicht mehr bewusst wahrnehme. Als wäre das nicht genug, gibt diese (Verstandes-)Stimme in meinem Kopf auch noch jede Menge Bewertungen, Beurteilungen, usw. zum Besten. Besonders gerne sagt sie mir z.B., dass ich etwas nicht kann, oder dass es sich nicht „lohnt“. Da spricht dann auch oft das Patriarchat in mir – und so bringe ich mich aus meiner Kraft und bleibe klein(er als ich bin).

Umso wertvoller sind diese bewussten Momente im Jetzt wie ich sie immer öfter erlebe. Ich glaube, das liegt daran, dass ich mein Bewusstsein zunehmend darauf richte, im Jetzt zu sein. Dazu „experimentiere“ ich letztlich auch im Umgang mit dem Ausscheiden aus meinem derzeitigen Job. Es ist so verlockend, mit den Gedanken in die Zukunft zu springen um zu planen, was ich künftig alles tun werde. Insbesondere, wenn die Angst dazu tritt, meinen Lebensunterhalt nicht bestreiten zu können. Diese Planung braucht es sicherlich auch, der Verstand ist ja keineswegs überflüssig sondern hat seine Berechtigung! Nur, mich davon völlig einnehmen zu lassen, das versuche ich immer mehr zu vermeiden, um die Dinge, die mir wichtig sind oder die in meiner Verantwortung liegen, wirklich im Jetzt anzugehen und zu Ende zu bringen.

Dabei hilft es mir, von anderen (Familie, FreundInnen, SchriftstellerInnen, BloggerInnen, Twitterern etc.) immer wieder ans Jetzt erinnert zu werden. Und ich setze auch meinen „Stimmen-Colt“ ein, mit dem ich die Stimmen in meinem Kopf einfach „abschießen“ kann. Einen solchen Colt haben wir alle. Im Grunde hilft er dabei, uns wieder bewusst zu werden dass wir einen Verstand „haben“ und nicht unser Verstand „sind“.

Wie geht es euch mit dem Jetzt und wie schafft ihr es wohl, im Jetzt zu bleiben? Ich freue mich, von euch zu lesen!

Clouds

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