Was wäre eigentlich, wenn die Welt ein Abenteuerspielplatz wäre und unser Leben ein einziges Abenteuer? Dazu da, es voll auszukosten, uns von der Freude durch dieses Abenteuer leiten zu lassen, spielerisch uns selbst und unsere Umwelt zu entdecken, auszuprobieren, was geht? Klar, wir können nicht unser Leben lang Kinder bleiben. Und was, wenn der einzige Unterschied wäre, dass wir als Erwachsene verantwortungsvoll durch dieses Abenteuer reiten (oder fliegen) können?

Oh ja, ich höre es schon: „first world problems“, „manche Dinge müssen eben sein“, „ich bin keine Insel“, „es ist alles nicht so einfach“, usw. Mein Verstand plappert da auch sofort los. Und das ist gut so, denn er versucht, mich vor existenzbedrohenden Dummheiten zu bewahren. Danke, Verstand. Und jetzt lass‘ uns spielen!

Ich lade euch heute ein, etwas Magie in euren Abenteuerspielplatz zu lassen: die Kraft des Wünschens. Ein Disclaimer vorab: Nicht jeder Wunsch wird in Erfüllung gehen (zum Glück!). Und ich kann euch nur raten, sehr präzise zu sein mit dem, was ihr euch wünscht!

Vor einigen Jahren pilgerten meine Schwester und ich für ein paar Tage auf dem Jakobsweg. Wir waren dem Saisonstart knapp voraus und der Frühling begann gerade erst. Wir beschlossen, uns treiben zu lassen und erst bei der Ankunft in einem Ort am Ende des Tages nach einer Unterkunft Ausschau zu halten.

Am zweiten oder dritten Tag unserer Wanderung, es war ein langer Tag, malten wir uns aus, wie schön es wäre, in unserer Herberge eine Badewanne vorzufinden. Wir fanden am Etappenziel rasch ein Zimmer und siehe da: Es gab eine Badewanne! Der Haken: Es gab kein warmes Wasser. Wir lachten kräftig darüber, dass wir uns kein warmes Wasser gewünscht hatten. Also wünschten wir uns an einem der nächsten Tage ein Herbergszimmer mit einer Badewanne und warmem Wasser. Als wir am Tagesende unser Zimmer bezogen stellten wir erfreut fest, dass es sowohl eine Badewanne als auch warmes Wasser gab. Nur: Diesmal fehlte der Stöpsel! Also lachten wir herzlich und wünschten uns sodann eine Badewanne mit warmem Wasser und einem Stöpsel. Für unsere letzte Übernachtung hatten wir dann Probleme, ein bezahlbares Zimmer zu finden, weil wegen einer Messe alles ausgebucht war. Schließlich fanden wir ein zentrales, kleines Apartment für eine Nacht. Wir staunten nicht schlecht als wir eintraten und eine Badewanne mit warmem Wasser und Stöpsel vorfanden! Ein warmes Bad zum Ende der Tour war der perfekte Ausklang.

Wir hatten gelernt, dass Wünsche eine gewisse Präzision erfordern. Klar, wir hätten auch planvoll vorab Herbergen mit Badewanne usw. auswählen und buchen können. Das hätte uns allerdings den magischen, spielerischen Charakter der Tour genommen und wir hätten auch so einige andere Abenteuer nicht erlebt, die dadurch entstanden dass wir uns treiben lassen konnten.

Ich denke immer mal wieder an diese Lektion(en). Gerade jüngst ist mir wieder ein Wunsch erfüllt worden, das war großartig. Das Leben kann ganz schön bunt sein mit ein bisschen Magie! Also: Wünsch’ Dir ’was!*

* Wenn mal ein Wunsch nicht in Erfüllung geht – na und? Einfach weiter spielen.;)

One thought to “Wünsch Dir was”

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