Mein Transit hat nicht in Shanghai geendet, ich bin noch mittendrin. Wer weiß, wie lange der andauert. Vielleicht ist es auch eher eine Transformation. Ich werde es herausfinden.

An einem meiner letzten Arbeitstage schenkte mir ein Kollege ein kleines Büchlein. Es ist eines der wenigen Bücher, die ich auf meine Reise mitgenommen habe: „The Why Are You Here Café“ von John P. Strelecky. Ich habe es an einem Nachmittag durchgelesen. Was mich beeindruckt hat, ist dass es auf 122 Seiten im Wesentlichen das zusammenfasst was ich mir in den letzten Jahren selbst auch zusammengereimt habe. Ich werde hier nicht alles vorwegnehmen, weil das Buch es wert ist, gelesen zu werden.

Es hat mich daran erinnert, warum ich da bin, wo ich bin: Interessanterweise genau um mir diese Frage zu beantworten. „Warum bin ich hier?“ Warum bin ich auf dieser Welt? Was ist das Besondere, das ich der Welt geben will, das mich einzigartig macht; der höhere Sinn meines Lebens?

Ich hatte ja schon vor einigen Jahren diesen Aufwach-Moment, in dem mir klar wurde, dass ich meine kostbare Lebenszeit in einem Hamsterrad-Job verschwendete. Nicht weil es ein schlechter Job war, sondern weil er nicht dem entsprach, wofür ich hier bin. Ich machte mich auf die Suche nach dem, wozu ich hier bin. Doch ich hatte nicht den großen Aha!-Moment, auch wenn ich kleine Schritte in Richtung der Antwort gemacht haben mag. Ich begab mich dann wieder in ein – nicht ganz so anstrengendes – Hamsterrad, das in vielerlei Hinsicht mehr meinen Interessen und Werten entsprach. Das darauffolgende Jahr war ich mit Einleben, Einarbeiten und Aufbau einer neuen Beziehung beschäftigt. Meine Frage geriet in den Hintergrund. Als die Beziehung ebenso wie die Einarbeitungsphase beendet war, war ich wieder empfänglich für die größere Frage meines Lebens. Und so kam es, dass ich mich wieder intensiver mit ihr befasste. Ich lernte in verschiedenen Trainings unter anderem, dass die Verantwortung für die Geschichten meines Lebens allein bei mir liegt, dass Verantwortung Freude macht, dass Angst Angst ist (und mit der Bereitschaft zu Sterben zu tun hat), dass es in Ordnung ist, zu fühlen, ja: dass es Freude bereitet, zu fühlen! Und ich gewann Klarheit über meine „Bestimmungsprinzipien“ (Über mich).

Kurz bevor ich zu meiner jüngsten Reise aufbrach erhielt ich außerdem das Geschenk, einen Blick auf meine „Perle“, mein innerstes Zentrum zu werfen. Das gibt mir einen weiteren Anhaltspunkt. Und doch fühle ich mich noch, als würde ich in vielerlei Hinsicht im Dunkeln tappen. Ein Teil von mir wartet vermutlich doch noch darauf, dass es irgendwann diesen Aha!-Moment oder eine Bestätigung von außen gibt. Weil ich gleichzeitig verstandesmäßig weiß, dass es das nicht geben wird, ist es für mich so wertvoll, an die Frage erinnert zu werden: „Warum bin ich hier?“

Habt ihr euch schon damit beschäftigt oder gar eure Antwort gefunden? Wenn ja, was macht ihr, oder was habt ihr gemacht, um eure Antwort zu finden? Warum bist DU hier?

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