Kennst Du dieses Gefühl, dass Dir alles „zu anstrengend“ ist? Ist Anstrengung für Dich auch (meist oder manchmal) negativ besetzt? Mir geht es jedenfalls manchmal so. Dann tue ich lieber etwas nicht, obwohl ich weiss, dass es mir gut tun würde.

Wie wäre es nun, wenn es ohne Anstrengung kein Leben gäbe? Ich denke da nur an eine (natürliche) Geburt: Die ist für Mutter und Kind enorm anstrengend. Ohne die Wehen der Mutter und die Anstrengungen des Babys gäbe es kein Leben. Auch bei einem Kaiserschnitt bleibt Anstrengung nicht aus. Der ist jedenfalls für die Mutter (zumindest) körperlich sehr belastend. Genau genommen beginnt es schon bei der Empfängnis, die ohne ein gewisses Mass an „Anstrengung“ nicht möglich ist. Ich glaube, das lässt sich auf vieles im Leben übertragen. Auf Anstrengung folgt oft Lebendigkeit.

Vielleicht ist es wert, genauer zu betrachten was „Anstrengung“ eigentlich bedeutet. Ich nehme sie bei mir und anderen, die mir berichten dass etwas sehr anstrengend, „voll anstrengend“ oder „zu anstrengend“ ist, als Kraftaufwand, als Einsatz von Energie – körperlich, mental, emotional oder seelisch – wahr. Die Vorstellung davon, dass etwas eines solche Aufwandes bedarf, hält uns dann oft davon ab, etwas zu tun, das uns eigentlich gut täte, oder das uns eigentlich ziemlich wichtig ist. Wir bleiben lieber in unserer Komfortzone.

Sicher, Anstrengung nur um der Anstrengung willen – Kraftaufwand nur um des Kraftaufwandes willen – macht herzlich wenig Sinn. Es geht eher darum, genauer zu unterscheiden: Könnte es sein, dass mich etwas körperlich anstrengt und doch mental, emotional oder energetisch oder sogar auch körperlich nährt? Versucht meine Komfortzone, mich von dem abzuhalten, was mir gut tut? Nehme ich eine Anstrengung in Kauf, um meinem höheren Ziel näher zu kommen? Wenn ich mich dafür entscheide, etwas nicht zu tun, weil es mir den Aufwand nicht wert ist – kann ich dazu stehen?

Ich lade Dich ein, Deine Geschichten über die Anstrengung zu hinterfragen. Ich lade Dich ein, genauer hinzusehen, wovor Du genau zurück schreckst, wenn Du etwas nicht tun willst weil es Dir zu anstrengend erscheint. Ich lade Dich auch ein, ehrlich damit umzugehen wenn Du Dich entscheidest, etwas nicht zu tun. Vielleicht ist es nicht notwendig, Dich hinter einer (vermeintlichen) Anstrengung zu verstecken. Vielleicht ist es das Experiment wert, Deine Karten offen zu legen: Dass es Dir nicht wichtig (genug) ist, diese bestimmte Sache zu tun. So entstehen Lebendigkeit und Authentizität.

Ich wage das Experiment! Bist Du dabei?

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