Dieser Tage liegt Inspiration in der Luft. Die hat, finde ich, eine Menge mit dem Herzen zu tun.

Dazu eine kleine Geschichte, vom Leben geschrieben:

Neulich wachte ich morgens auf, sah aus dem Fenster und stellte erfreut fest, dass entgegen des angekündigten Regens die Sonne fröhlich schien. Intuitiv kam mir in den Sinn, auf den nächstgelegenen Berg zu steigen, hin und zurück sind das etwa zweieinhalb Stunden. Bis ich so richtig in die Gänge kam zog es sich zu und ich beschloss, stattdessen am See joggen zu gehen. Die letzten etwa zwei- bis dreihundert Meter vor meinem Wendepunkt konnte ich nur noch am Kiesstrand entlang laufen und näherte mich so also meinem Wendepunkt direkt am Wasser. Im Wasser sah ich schon von weitem eine ältere Frau stehen, die eine rosafarbene Krone auf dem kahlgeschorenen Kopf trug. Unwillkürlich fragte ich mich, ob sie wohl etwas durchgeknallt war. Gleichzeitig freute sich ein nichtlinearer Teil in mir immens, dass es Menschen geben könnte, die einfach so mit einer Krone auf dem Kopf herumlaufen, weil sie Freude daran haben (und sich nicht davon beirren lassen, was andere davon halten könnten).

Beim Näherkommen sah ich ein aus Steinen geformtes Herz am Strand liegen, freute mich darüber und nahm mir vor, es auf dem Rückweg zu fotografieren. Als ich dann umkehrte und den Rückweg antrat sah ich die Frau mit der rosa Krone und ihren Partner am Strand stehen. Ich fragte, ob sie das Herz gemacht hätten und ob ich es wohl fotografieren dürfte. Sie waren einverstanden und wir kamen ins Gespräch. Ich konnte nicht anders als immer wieder auf die Krone zu starren – bis ich mir erlaubte, der Frau zu sagen, dass ich ihre Krone sehr cool fand. Es stellte sich heraus, dass sie ihre Haare im Rahmen einer Benefiz-Veranstaltung zugunsten einer Krebsstiftung hatte abschneiden lassen. Nun trug sie verschiedene Kopfbekleidungen und an diesem Tag eben die Krone.

Ich erfuhr außerdem, dass sie ihr Rentnerinnen-Dasein mit verschiedenen wohltätigen kreativen Arbeiten verbringt, wie etwa dem „Phantomstricken“ – da wird ehrenamtlich warme Kleidung gestrickt, z.B. ein Schal, und der wird dann auf einer Parkbank liegen gelassen mit einem Hinweisschild „Ich wurde nicht verloren, ich wurde für Dich angefertigt.“ Damit soll Obdachlosen Wärme gegeben werden.

Diese kurze Begegnung mit den beiden freundlichen Menschen inspiriert mich auch jetzt noch sehr. Sie hat mich daran erinnert, dass es letztlich „nur“ darum geht, Liebe in die Welt zu bringen. Passend dazu ist nicht nur das Stein-Herz am Strand sondern auch das Zitat nach Barbara Shers Buch „Ich könnte alles tun, wenn ich nur wüsste, was ich will“: „Was Du wirklich tun sollst, ist all das, was dein Herz zum Singen bringt“.

Mein Herz singt zum Beispiel, wenn ich andere Menschen inspirieren kann und auch, wenn es von anderen Menschen inspiriert wird. Daran erinnere ich mich gerne, wenn ich mal wieder zweifle und mich frage, was ich eigentlich tun will oder soll in dieser Welt.

Und was bringt Dein Herz zum Singen?

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