Kennst Du diese innere Stimme? Die Dir ständig sagt, was Du tun „musst“? Ich beobachte das bei mir selbst, und auch bei anderen um mich. Da höre ich Dinge wie: „Ich muss mich mehr bewegen“, „Ich muss mehr Sport treiben“, „Ich muss gesünder essen“, „Ich muss mich mehr um meine Familie/Freunde kümmern“, „Ich muss… ich muss… ich muss…“. Manchmal heisst es auch „Ich darf nicht so viel Schokolade essen“, „Ich darf nicht so faul sein“, und ähnliches.

So richtig Freude kommt dann da nicht bei mir auf. Bei euch? Müssen ist doch irgendwie uncool – so zwanghaft. Wenn es mir auffällt, wie ich so mit mir selbst (innerlich) spreche und alles „muss“, stelle ich mir manchmal die kleine Julia vor. Die hätte sich mit solchen Ansagen sicherlich nicht motivieren lassen, sondern eher erst recht keine Lust gehabt, all die Dinge zu tun, die sie tun „muss“ – und umgekehrt hätte sie sicherlich all die Dinge tun wollen, die sie nicht tun „darf“.

Auch wenn wir längst volljährig, „erwachsen“, sind, heisst das doch nicht, dass uns zwanghafte Gebote und Verbote besser motivieren (auch wenn wir vielleicht inzwischen gelernt haben, uns dem vermeintlichen Zwang anzupassen). Was dagegen für mich funktioniert, ja schon als Kind funktioniert hat, ist ein „Ich will“. Ich wage die Behauptung, dass es den meisten von uns so geht. Meistens meinen wir das ja auch, wenn wir sagen „Ich muss“:

So bedeutet ein „Ich muss mich mehr bewegen“ ja eigentlich: „Ich will einen gesunden Körper haben und mich deshalb mehr bewegen.“ Oder ein „Ich muss arbeiten“ bedeutet: „Ich will meinen Lebensunterhalt verdienen und deshalb arbeiten.“ Gerade im Hinblick auf letzteres fällt es uns manchmal schwer, es uns einzugestehen dass dahinter letztlich ein Wollen steckt. Ich glaube, es lohnt sich, da genau hinzusehen um vom Müssen zum Wollen zu kommen, in dem dann auch ein Dürfen und ein Müssen stecken kann – nur es startet eben alles beim Wollen. Was ich will, das mache ich doch gleich viel lieber, irgendwie.

Letztlich ist also alles, was wir haben, das, was wir wollen.

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