Zur Angst habe ich hier schon einige Gedanken geteilt. JETZT liegt mir die Freude am Herzen.

Was machst Du mit der Freude? Lässt Du sie so richtig zu, 100%? Also eine reine, tiefe Freude? Nimmst Du Freude als Deinen Wegweiser? Oder spürst Du eine Deckelung bei der Freude, als ob sie mit Vorsicht zu genießen wäre?

Mir fallen dazu bei meinem derzeitigen „Kulturenexperiment“ (Einleben in  Neuseeland) immer wieder Unterschiede auf, die ich auch an der jeweiligen Kultur festmache. An mir selbst und an einigen deutschen Besuchern, die ich im vergangenen Jahr getroffen habe, bemerke ich der Freude gegenüber deutliche Vorbehalte: Da wird die Freude im Grundsatz zwar als ein „positives“ Gefühl wahrgenommen, doch darf es davon bitte nicht zu viel sein. Denn wer sich zu früh freut, den „bestraft“ ja das Leben.

Immer wieder ertappe ich mich dabei, ein schlechtes Gewissen zu haben wenn etwas mir einfach „nur“ Freude bereitet. Ich habe mich so daran gewöhnt, etwas aus Pflichtgefühl zu tun und der Pflicht mehr Raum zu geben als der Freude. Das Leben kann ja wohl auch nicht immer nur Freude bereiten?!?

Nun, das wird es vielleicht nicht. Das bedeutet gleichzeitig nicht, dass das Leben schwer und hart und freudlos sein muss.

Damit die Freude ihre volle Kraft entfalten kann, so dämmert es mir langsam, darf ich ihr erstmal den Raum geben, der ihr zusteht: sie voll zuzulassen, ohne schlechtes Gewissen zu spüren und auch zu zeigen. Ich finde es schon ziemlich enorm, dass ich das oft nicht tue, und ähnliches bei anderen (derzeit vor allem Deutschen) bemerke. Erst allmählich lerne ich, wie wertvoll und heilsam es für mich ist, meine Freude wieder mehr zuzulassen und ihr zu folgen. Dabei hilft mir meine „neue“ Umgebung:

In Neuseeland nehme ich Freude bei den Menschen noch unmittelbarer wahr. Da wird (öfter?) getan, was Freude bereitet – und zwar einfach nur deshalb. Nicht umsonst stellte ein Neuseeländer auf Deutschlandbesuch fest, die Leute sähen in Deutschland so unglücklich aus! (Hast Du schonmal darauf geachtet? Sieh’ Dich JETZT um: Wieviele Menschen um Dich herum, auf der Straße oder in Deinem näheren Umfeld, sehen wirklich entspannt und freudig/glücklich aus?)

Neulich hörte ich von Veit Lindau die weitere inspirierende Perspektive, dass Freude ein genialer Kompass für ein erfülltes Leben ist. Dass Entscheidungen fällen ganz einfach ist, wenn wir Zugang zu unserer Freude haben, weil wir uns dann einfach für das entscheiden brauchen, für das wir diese tiefe, feine innere Freude spüren – die dann nicht immer Spaß bedeuten muss aber doch eine innere feine Freude über die Entscheidung beinhaltet. Ich habe die leise Ahnung, dass es wirklich so einfach sein könnte.

Also lade ich Dich heute ein, damit zu experimentieren. Was wäre, wenn Du wirklich einfach nur der tiefen inneren Freude (nicht dem eher oberflächlichen Spaß) folgen bräuchtest, um ein erfülltes Leben zu leben? Kannst Du der Freude in Deinem Leben jeden Tag, jeden Moment, im JETZT mehr Raum geben und ihr folgen?

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