Heute wie versprochen ein Beitrag zu „Cowshit“.

Cowshit, so habe ich gelesen*, ist was vor allem Frauen oft unbewusst erzählen: Es ist zwar alles wahr, aber eben nicht relevant. Auch das konnte ich im Unternehmenskontext beobachten. Es geht viel mit Jammern einher, so nahm ich das zusehends wahr.

Als ich den Eindruck hatte, ich sei für meine Arbeit unterbezahlt, tauschte ich mich dazu mit Kollegen und Kolleginnen aus. Das war dann zwar meine Wahrheit, aber relevant war es wohl nicht. Relevant war, dass ich mich entschieden hatte, zu diesem Gehalt zu arbeiten. Relevant wäre gewesen, meine Unzufriedenheit gegenüber meinen Vorgesetzten zu äußern (was ich natürlich auch tat) und konkrete Maßnahmen einzufordern und Konsequenzen in Aussicht zu stellen. Jammern mag die eigene Wahrheit wiedergeben, ist aber meist wenig relevant. Noch deutlicher wird es vielleicht, wenn insbesondere von Frauen viel geredet wird und das Gegenüber dann auf „Durchzug“ schaltet, weil zu viel Information ausgesendet wird, die es schlicht nicht interessiert weil sie nicht relevant ist.

So wirkt das unbewusst weibliche Prinzip mit seinem Fokus auf Mangel, Perfektionismus, Rechthaberei, usw. ähnlich unförderlich für eine freudvolle, farbenfrohe, bunte, lebendige, kreative, menschenzentrierte Arbeitswelt wie das unbewusst männliche Prinzip. (NB: Ein toller Film zum Thema bewusste und unbewusste Männlichkeit bzw. Weiblichkeit: Auf Messers Schneide, mit Bill Murray)

Mit mehr Bewusstheit ließe sich das ändern. Ich glaube, es ist Zeit für bewusste Weiblichkeit und bewusste Männlichkeit auch und gerade in Unternehmen.

Ich bin selbst noch am erforschen, was das genau bedeutet, doch ich habe die leise Ahnung, dass es mehr Integrität, Klarheit, Raumhalten, Miteinander, Menschlichkeit, Verpflichtung, Authentizität, Aufrichtigkeit, Lebensfreude und vieles mehr beinhaltet. Man stelle sich eine Wirtschaftswelt vor, die durch solche Prinzipien regiert wird!

Ich finde es übrigens sehr spannend, dass ich von den Kollegen, denen ich die Gründe meiner Entscheidung das Unternehmen zu verlassen mitteilte, oft hörte woanders sei es ja auch nicht besser. Wenn sich so viele etwas anderes wünschen, warum ändern wir es nicht?

* Auch das bei Clinton Callahan, Possibility Manager Handbuch oder „Die Kraft des bewussten Fühlens“.

One thought to “Cowshit”

  • Raginhari

    Great! Weiter so!

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